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In letzter Zeit werde ich vermehrt gefragt: „Petra, warum machst du das alles? Warum treibst du Outdoor against Cancer weiter? Warum kümmerst du dich um das Wohlergehen anderer Krebspatienten? Warum nimmst du das alles mit in dein Leben?“

Die Antwort ist einfach:  „Ich kann nicht anders! Ich spüre eine immense Kraft und diese möchte ich weitergeben an andere Menschen. Ich möchte Zuversicht verbreiten und an Krebs erkrankten Menschen, ihren Freunde und die Familien einen Weg aufzeigen, mit welchem sie einfach besser mit dieser Krankheit umgehen können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Es gibt über 2.000 Studien weltweit zum Thema Sport und Krebs. Aber Studien sind eben Erkenntnisse, die auch umgesetzt werden müssen. Da ist es nicht ausreichend die eine oder andere Aktion zur Validierung der Erkenntnisse ins Leben zu rufen. Hier ist einfach mehr nötig und vor allem mehr drin.

Drei Mal in der Woche eine Stunde intensiven Sport betreiben verringert das Risiko eines Rezidives (erneute Krebserkrankung) um satte 30-40%.
Das sind Zahlen, die dürfen Mut machen – und zwar jedem von uns Betroffenen. Und intensiver Sport meint nicht – bis die Lunge berstet oder die Muskeln schmerzen. Hier hat jeder Mensch sein eigenes INTENSIV EMPFINDEN. Es geht aber auch darum, die Menschen erst einmal so weit zu bringen, dass sie überhaupt Sport und zwar, wenn möglich Outdoor-Sport betreiben.

Hier setzte ich mit meinem Dickschädel an. Mein Beruf ist Kommunikation. Auch wenn ich zwischenzeitlich selbst nicht mehr so viel dazu komme zu schreiben, ist mir dieser Drang jedoch geblieben. KOMMUNIKATION, AUFKLÄRUNG UND NATÜRLICH ANGEBOTE ZUR UMSETZUNG – darin sehe ich meine Bestimmung mit Outdoor against Cancer.

Ich hatte nie Angst zu sterben – das müssen wir schließlich alle einmal. Wovor ich richtig Angst hatte und teils aus noch habe, ist das Herausgleiten aus meinem gewohnten Leben. Und das ist nun einmal Familie, Freunde, meine Firma und ich.
Ja, genau, ich, denn ich bin ein eitles Frauenstück, das immer stolz darauf war noch gut in shape zu sein und hierfür habe ich auch wirklich viel getan und das auch noch richtig gerne. Und ich war und bin immer noch stolz darauf, dass meine sportlichen Leistungen deutlich über dem Altersdurchschnitt liegen. Klar werden hier einige LeserInnen denken, die hat einen Knall, als ob dies wichtig wäre. Aussehen und Sportlichkeit. Ja, für mich ist es das und ich bin auch trotz Erkrankung noch lange nicht bereit nachzulassen.

Der Blick in den strahlend blauen Himmel müsste bei jedem Menschen das Bedürfnis schüren hinaus in die Natur zu gehen.
Sportlich aktiv zu werden, um den Körper einfach richtig durchzublasen. Jeder einigermaßen normale Mensch achtet auf sich und seine Gesundheit. Diese These stelle ich einfach in den Raum. Alle anderen sollten ihren Lebenswandel ändern.

Outdoor-Aktivitäten verändern das Leben.
Es werden alle Sinne geweckt. Ein Schritt vor die Türe und schon geht es los: Egal ob Autolärm oder Vogelgezwitscher, Sonne oder Regen, Abgase oder der Duft von frisch gemähtem Gras – wir beginnen zu leben. Okay, Autolärm und Abgase sind nicht gerade die Komponenten aus welchen unsere Träume gemacht sind, erregen aber unsere Sinne und geben das Gefühl lebendig zu sein.

Im Moment sind wir, also das Team von Outdoor against Cancer damit beschäftigt, spannende Outdoor-Programme für Krebspatienten auszuarbeiten, Kooperationen mit anderen Unternehmen einzugehen, zu networken, damit andere Menschen die Möglichkeit haben wirklich an sich zu arbeiten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Denn eines ist wahr: Wir können anbieten, was wir möchten, den Schritt zu uns zu kommen, den müssen die Menschen selbst unternehmen.
Und hier ist der größte Schwachpunkt. Der Mensch. In diesem Falle der erkrankte Mensch und seine Selbstfürsorge.

Immer wieder stelle ich mir die Frage: „Wie kann ich es schaffen, die  Menschen aus ihren Höhlen und alten Mustern zu befreien. Wie schaffe ich es, diese sich nach Mitleid verzehrenden Menschen zu erreichen und vor allem sie umzustimmen. Gerne würde ich mich in so mache onkologische Ambulanz stellen und jeden einzelnen Patienten aus seinem ‚Schlaf‘ holen. Wachrütteln.  Leider ist es meist leichter Ausreden für Inaktivität zu finden, als aktiv zu werden.

Unlängst traf ich eine Frau, die mir doch allen Ernstes erzählte, dass sich die Freunde komplett zurückgezogen haben und selbst der Pfarrer nicht bei ihr anruft. Sie sei alleine mit ihrem Mann und niemand möchte mit ihr etwas zu tun haben. Solche Menschen benötigen Hilfe – nicht von mir und nicht von OaC. Hier greift glücklicherweise die Psychoonkologie, wenn die Menschen dort dann mal hingehen würden und sich helfen ließen, aber auch dieser Schritt ist immer noch verpönt.

Der Mensch an sich ist ein Teufelskreis, nicht die Krankheit.
Es gibt immer wieder Beispiele, dass es auch anders geht. Ein Beispiel bin ich, ohne mich dabei über andere Menschen zu erheben. Und soll ich was sagen: Das ist anstrengend, verdammt anstrengend. Aber es lohnt sich gewaltig. Für mich selbst und für andere Menschen, die ich mit meiner Art einfach mitreiße. Diese Menschen belohnen mich jeden einzelnen Tag.

Mein Wunsch des Tages:
Nehmt eure erkrankten Freunde, egal ob Krebs oder eine andere Erkrankung und zeigt ihnen wie leben geht. Denn wir alle haben nur dieses eine, je früher wir das erkennen, desto reicher wird es. 

Am vergangenen Wochenende ist mir ein Artikel untergekommen, den ich im Oktober 2012 auf Anfrage der Myself geschrieben habe:
Das Thema war: Über sich hinauswachsen. Etwas wagen, wovor man immer Angst hatte.

Der Titel meines Artikels lautete: Der Klaustrophobie davontauchen. Wenn Sie auf das Bild klicken, könnt Sie den Artikel von damals lesen.

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Myself Oktober 2012, S. 222

Es ist doch häufig so im Leben, dass man Angst vor einer Sache hat, aber eine Angst, die man nicht fassen kann. Und diese Angst lähmt. Macht unbeweglich. Warum nur haben die Menschen so viel Angst. Angst einen neuen, anderen Weg zu gehen, Angst verlassen zu werden, Angst gefeuert zu werden, Angst nicht gut genug zu sein, Angst nicht schön genug, tja und vor allem Angst krank zu sein.
Erziehungssache, Gesellschaftssache?
Im Grunde liegt es an uns diese Ängste erst gar nicht zuzulassen. Natürlich ist das schwierig und beinahe jeder kennt diese Unbeweglichkeit, dieses lähmende Gefühl den Anforderungen nicht gerecht zu werden, oder gar eben nicht mehr gesund zu werden.

Ich plädiere dafür lähmende Ängste über Bord zu werfen.
Oft verwechseln wir Respekt vor einer Sache mit Angst. Ich habe Respekt etwas zu tun, so oder so zu handeln, klingt doch gleich viel positiver. Und, es klingt aktiv. Wenn ich aktiv bin, mache ich etwas dagegen und lasse mich nicht fallen. Ich lasse mich nicht fallen heißt auch gleichzeitig, dass ich noch in der Lage bin zu handeln, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen, den Blick nach vorne zu richten und nicht zu verharren.

Wir waren alle Kinder.
Das Leben prägt uns und vieles haben wir erlernt – von den Eltern, den Großeltern, Lehrern, Freunden und Kollegen – manches davon war und ist aber für uns persönlich nicht richtig. Erinnern Sie sich an die Zeit, als Sie ein Kind waren. Auch damals gab es ängstlichere und solche die sich vor nichts fürchteten. Die Mutigen waren eindeutig die Gewinner, sie haben mehr erfahren, auch mehr erlitten, aber sie haben auch mehr erlebt.

Wenn Sie also heute die Wahl haben in Angst zu verharren oder neu durchzustarten, welche Option wählen Sie? Nichts ist großartiger, als über den eigenen Schatten zu springen, es kann ja mit einem über den eigenen Schatten steigen anfangen, das Springen kommt dann automatisch dazu. Glauben Sie mir. 

–––––

Ich möchte es mit meinem Lieblingszitat beginnen:
Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht? G. B. Shaw

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Geh raus und lauf‘! © Sara Thaller

Es gibt immer mehrere Wege im Leben, ich beschreite immer jenen, den ich für mich für richtig und wichtig erachte. Niemals jenen, der vermeintlich einfach erscheint. Warum das so ist, weiß ich nicht. Es ist einfach so. Wenn andere sagen: Das geht nicht! Dann fühle ich mich geradezu angespornt es trotz aller Widrigkeiten zu versuchen. Ein gemütliches Leben ist nicht das meinige. Habe ich eine Vision, muss ich es zumindest versuchen, diese in die Tat umzusetzen. So verhält es sich auch mit Outdoor against Cancer.

Die Idee entstand auf einer meiner gemütlichen Skitouren während der Chemotherapie: Ich merkte wie Schritt für Schritt die Krankheit in den Hintergrund trat, Energie meinen durchaus geschwächten Körper durchströmte und meine Gedanken zu fliegen begannen … Wann kann ich wieder auf Expedition gehen? Wenn ich jetzt weiter trainiere, muss ich nicht von vorne anfangen! Ich muss das Kortison, das es sich langsam aber sicher  in Form von unschönen Pölsterchen an an Hüfte und Bauch gemütlich machte, wieder loswerden. Schritt für Schritt lösten sich auch diese Gedanken auf und ich erstarkte.

Egal was ich draußen unternahm, es war immer der gleiche Prozess … abschalten, Gedanken fliegen lassen, stark werden, den Kopf frei bekommen, Normalität – ein wunderbares Lebensgefühl.

Ich möchte damit nicht sagen, dass es immer leicht war, den Fuß vor die Türe zu setzen, aber es war immer großartig. Jeder Augenblick draußen. Egal, ob beim Laufen an der Isar, beim Rennradfahren, auf kleinen Bergtouren, beim Kraft- und Ausdauertraining  in meinem geliebten Outdoor-Fitnessstudio am Entenweiher in München. (Standorte der Studios in eurer Nähe findet ihr unter 4F Circles.)

Jede große Idee beginnt im Kleinen und so folge ich nach und nach dem Motto: Beginnen gibt Stärke. Vollenden gibt Kraft. 

Es war ein langer Weg, voller Höhen und Tiefen, die ich wunderbar bewältigt habe.
Es gab Tage, an denen selbst mir der Sport draußen  nicht wirklich leicht fiel und Tage, an denen ich hätte Berge besteigen können – im Schneckentempo. Aber eines war sowohl den guten, als auch den schlechten Tagen gemein: Sobald ich draußen war, ging es mir besser. Daher habe ich beschlossen kein Wort mehr über die Vergangenheit zu verlieren und euch weiterhin an den positiven Dingen teilnehmen zu lassen, an den Geschichten, die es wert sind sie zu erzählen. Eingestreut wird es im Rückblick sicher den einen oder anderen Moment geben, den ich auch heute noch wichtig finde mitzuteilen.

Gipfelgespräch International Mountain Summit, Brixen © Michaela Wiese

Eines steht fest, die Chemotherapie, all die traurigen Dinge, die sich ereignen können, Ängste und Nöte, welche Betroffene und ihre Familien ereilen, werden zu Hauf in Foren und Blogs besprochen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Leider bekommen hierdurch die Menschen eben auch Angst. Furcht greift um sich und genau das möchte ich nicht. Es gibt nichts zu fürchten, denn all das was während der Therapie passiert, für eine die eine große Sache gut – zunächst für das eigene Überleben und schließlich für ein weiteres Leben mit den Menschen, die wir lieben und die uns lieben.

Mein letzter Post ist Monate her
Ich verspürte einfach keine Lust über die Krankheit zu schreiben. Wollte nicht in Konkurrenz mit Menschen treten, denen es ein riesiges Bedürfnis ist über ihr Leid zu sprechen. Vielmehr verspürte ich eine große Kraft in mir, Menschen mit Krebs zu helfen, so wie meine Kinder und meine Freunde mir halfen. All diese Menschen akzeptierten einfach meinen Tatendrang, mein: „Ich muss jetzt raus, ich muss mich spüren, ich muss spüren, dass ich noch Kraft habe.“ Zuzusehen, wie ein Mensch, der immer nur so vor Energie und Kraft strotzte, langsam aber sicher, trotz der regelmäßigen Outdoor-Aktivitäten, immer langsamer wurde. Früh zu Bett ging und morgens am liebsten liegen geblieben wäre, ist nicht leicht. Zu akzeptieren, dass dieser Mensch alles weiterhin selbst machen möchte, sich nicht helfen lassen, um die Normalität im Leben nicht zu verlieren, ist nicht einfach. Dafür möchte und muss ich an dieser Stellen all meinen Lieben danken.

„Kaum ziehe ich meine Bergklamotten an, fühle ich mich wie Batwomen, stark und bereit alles leisten zu können.“ Petra Thaller © Michaela Wiese

In den Monaten der Chemotherapie habe ich den Grundstein für mein viertes Baby gelegt
Outdoor against Cancer (OAC)– unter dem Motto #stayfitgethealthy haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Krebskranken Menschen und ihren Familien zu helfen. Sei es mit speziell ausgearbeiteten Touren in den Bergen, einem eigenen OaC-Dorf, wir wollen beratend zur Seite stehen und dafür sorgen, dass die wichtige Normalität aus dem Leben nicht verschwindet.

Mein ganz persönliches Engagement startet klein
Ab Mitte November werde ich zunächst ein Mal pro Woche mit Patientinnen des Brustzentrums der LMU München rausgehen, um mit ihnen die Magie des Outdoor-Trainings zu teilen. Eineinhalb Stunden draußen trainieren. Im Focus stehen dabei sanfte Bewegungen um die Leistungsfähigkeit zu erhalten, Kraft und Ausdauer aufzubauen, den Kopf frei bekommen. Diese Stunden sollen dazu dienen den Patientinnen zu zeigen, dass Outdoor-Aktivitäten während der Chemotherapie und natürlich im Anschluss daran, ein wunderbarer Weg sind.

#stayfitgethealthy
Es geht nicht darum Höchstleistungen zu vollbringen, sondern darum fit zu bleiben und nach Möglichkeit zu gesunden.

THE NEW LOOK © Sorin Morar

Das hatte ich mir so gedacht und die ersten Tage gelang dies auch sehr gut. Laufen gehen, Fotoshooting mit Sorin Morar und Thomas Straub an einem Tag, Fotoshooting mit Sorin Morar bei mir Zuhause an einem anderen. Die Haare müssen ab, bevor ich sie verliere – und dann …

© Sorin Morar und Thomas Straub

Darf ich vorstellen: Olga. © Sorin Morar und Thomas Straub

Es ist ein lustiges Shooting mit Sorin und Thomas, irgendwie finden sich hier drei Menschen, die es wirklich gut miteinander können. Die beiden Fotografen sind mir sehr nahe, ich kann mich fallen lassen und meinen Gefühlen, meinen Emotionen freien Lauf lassen, offen, ohne Angst verletzt zu werden.  Bekannte Gefühle, jene, die Erinnerungen aus wach werden lassen, als ich als junge Frau mein Geld mit Moderationen verschiedener TV-Formate und beim Film verdiente. Kamerascheu bin ich also nicht geworden, das beruhigt. Dafür musste ich mit Schrecken feststellen, dass das Gesicht, wenn es ehrlich und ausdrucksstark abgelichtet wird, alt und ja, auch ein wenig müde wirkt. Aber irgendwie auch … schön. Ehrlich.

Am liebsten habe ich dieses Bild oben – Sorin’s Arm mit Olga, jener Errungenschaft, nach der ich lange gesucht habe, die ich unbedingt haben musste und nicht ein Mal getragen habe. Sie ist nicht ehrlich, passt nicht zu mir. Mit ihr komme ich mir vor wie eine Schaufensterpuppe. Instinktiv wusste ich das zu diesem Zeitpunkt schon. Später hat sich dies bestätigt. Olga gehört zwischenzeitlich einer jungen Frau, die hoffentlich glücklich mit ihr ist.

Ein seltsames Gefühl

Tag drei nach der ersten Chemotherapie macht sich in meinem Körper ein seltsames Gefühl breit, undefinierbar, seltsam. Das Kortison hält mich nachts wach und tagsüber fühle ich mich ein wenig schlapp. Also, gehe ich laufen, was sonst, laufen macht den Kopf frei und ich fühle mich danach jedes Mal glücklich und stark. Doch irgendwie mag dieses dumme Gefühl nicht schwinden. Es ist nicht greifbar. Nun so hangle ich mich durch die Tage, arbeite, mache Sport und organisiere meinen ‚Glatzentag‘.

„De wachn ja wieda“, © Selfi Andreas Ried

Mein Bergfreund Andi ist solidarisch und lässt sich auch eine Glatze rasieren – am gleichen Tag – und grinst … „de wachsn ja wieda“, typisch Andi, danke dir an dieser Stelle für deinen trockenen Humor!

Hairday: Oder wie die Friseurin verzweifelt

Nun ist er also da, der gefürchtete Tag, der Tag, an dem ich meine Haarpracht nun gegen Glatze tausche – bewusst mit die Haare abschneiden lasse, bevor sie mir büschelweise in wenigen Tagen ausgehen werden. Keine vorübergehende Kurzhaarfrisur, sondern einen Radikalschnitt – denn: „De wachen ja wieda“.

Bilder sind in diesem Falle sicher besser als Worte, daher gibt es nun Einblicke in die Prozedur des Haarschneidens – ungeschminkt und es gab keine Träne, außer die der lieben Friseurin. Meine Tochter Sara war mit dabei, ein kleines Familienfest der anderen Art.

Bilder sagen mehr als Worte

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

Der erste Cut ist getan, alle sind erleichtert. © Sorin Morar

© Sorin Morar

Sieht ja gar nicht so schlecht aus, wenn die Haarpracht runter ist. © Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

Wir nähern uns an, Kurzhaarschnitt so viel weiß ich jetzt schon, kommt nicht in Frage 😉 © Sorin Morar

© Sorin Morar

Danke an die Tochter, dass sie diesem ‚Spaß‘ mitgemacht hat. © Sorin Morar

© Sorin Morar

Not my style. © Sorin Morar

© Sorin Morar

Schräg. © Sorin Morar

© Sorin Morar

Viel Gesicht. © Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

Final cut. © Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

© Sorin Morar

Ich sag nur Olga. © Sorin Morar

© Sorin Morar

Olga … immer wieder Olga © Sorin Morar

© Sorin Morar

Fremdkörper © Sorin Morar

© Sorin Morar

Geschafft … die Frage ist, wer war hier mehr erleichtert :-). © Sorin Morar

© Sorin Morar

Stilleben mit Haaren © Sorin Morar

© Sorin Morar

Na also, darf ich vorstellen, THE NEW LOOK © Sorin Morar

Sieht man es mir an? Ich bin froh, dass dieser Schritt getan ist. Froh, dass ich diesen Schritt weiter bin, denn jeder Tag ist ein Tag, der mich dem Ziel: Erfolgreiches Ende der Chemotherapie, näher bringt. Und ich habe einen Vorsatz, auch wenn es nicht immer ganz leicht fällt: Lebe dein leben, nimm es in die Hand, dann geht diese Zeit auch schnell vorüber.

Briefe an mich

Es ist schön zu lesen, dass Menschen ehrlichen Anteil an Geschichten haben, auch wenn sie nicht vom Elend einer Krankheit handeln, sondern von den positiven Seiten. Wenn sie mit einem Schmunzeln erzählt werden, anstatt mit dem bitteren Beigeschmack des Leids. Darüber freue ich mich persönlich am meisten. Denn schließlich findet das Leben in der Gegenwart statt.

Briefe an mich

Briefe an mich

Einen schönen guten Morgen wünsche ich dir liebe Petra,
ich kenne dich leider nicht persönlich, was aber keinen Unterschied macht Anteil an deiner Geschichte zu haben und mich zu freuen wenn du wieder in der Natur warst und schöne Dinge erlebst.
Ich wünsche dir alles Gute für die kommende Zeit und ich finde du siehst auch ohne Haare wunderschön aus und finde es toll wie du damit umgehst.
Ich schicke dir positive ENERGIE und vielleicht gibt es einmal gelegenheit sich persönlich zu begegnen.

Bis bald ganz liebe Grüße

Ich gehe offen mit meiner neuen Beziehung um. Einer Beziehung, in die ich mich nicht freiwillig begeben habe. 

Mysteriös, mysteriös … (c) iPhone Petra Thaller

 

Denn, soviel ist sicher, wenn ich nicht offensiv mit dem Thema an sich umgehe, gehe ich unter. Ich würde ersticken an Gedanken, an Phantasien, an Visionen vielleicht auch an Angst. Angst, die ich nicht habe. Ich habe keine Angst den Kumpel wieder los zu werden – alles zu seiner Zeit; Angst zu sterben habe ich schon gleich gar nicht.

Vielmehr ist es eine Zeiterscheinung. Wie eine Schwangerschaft. Auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt. Und während der Schwangerschaft leben wir ja auch weiter, machen Pläne, freuen uns daran und daran, dass es irgendwann vorbei ist und ein neues Zeitalter anbricht.

Ich kann mich, obwohl ich ihn mir nicht ausgesucht habe, sogar für meinen neuen Bewohner in gewisser Hinsicht begeistern. Er zeigt mir neue Wege auf und er zeigt mir auf, wie sehr mich die Menschen doch mögen. Wie sehr sie mich Petra schätzen. Meine Art Dinge anzugehen, meinen Weg durch das Leben. Mit einem starken Lachen und leisen Tränen, die niemand sieht.

Stärke ist meine Stärke
Ich bin gerne stark für andere und für mich selbst. Gebe Rückhalt und habe ein offenes Ohr. Ich glaube an mich. Bin weder Optimist, noch Pessimist. Ich bin positiv.  Ja das ist es, wenn ich mich charakterisieren müsste, möchte ich die Attribute stark und positiv verwenden, so sehe ich mich gerne und so lebe ich mein Leben. Stark und positiv.

Im Falle von Sara war das ganz klar: Kind, zwar schon beinahe erwachsen, ist krank, dann muss ich eben handeln.

Menschen erzählen mir ihre Sorgen, dann höre ich eben zu. Sie brauchen das und ich darf mir dazu meine Gedanken machen. Sorgen übernehme ich nicht. Und wenn ich nur zu dem Schluss komme und bei mir denke: Dann ändere was. Mach was, dass du deinen Zustand ist Positive kehrst.

Ich habe einen guten Freund, er hat oberflächlich gesehen einfach alles was man sich so wünschen kann. Sieht gut aus, ist erfolgreich, besitzt das eine oder andere Statussymbol. Ein kluger, witziger, sympathischer Bursche. Kurz: ein Prachtexemplar. Wenn er nur nicht immer krank wäre. Kaum ein Telefonat in welchem er nicht ein Zipperlein hier oder dort hat. Er selbst erkennt das nicht mehr. Er selbst nicht. Ich höre ihm zu. Mehr kann ich nicht tun. Am liebsten würde ich ihm sagen, er möge den einen oder anderen Zustand in seinem Leben ändern. Darf ich das? Nein, das muss er selbst machen. Ich bin dazu da ihm zuzuhören, mit ihm zu lachen und aufregende Gespräche zu führen. Ändern muss er sein Leben selbst.

Das ist das Geheimnis des Lebens – wenn wir etwas möchten, dann sind wir selbst dafür verantwortlich dies zu bekommen, oder eben nicht. Träume bringen uns weiter, wie schön ist es, wenn sich der eine oder andere realisieren lässt – nicht zuletzt weil wir daran glauben, dafür arbeiten und manchmal eben dafür auch kämpfen.

auf meinem Weg nach Hause, nach 22 Stunden im Hospital (c) iPhone Petra Thaller - bin noch nicht losgefahren :-)

Das Telefon läutet. Sara ist dran. Sie weint. Ihr Körper schmerzt. Ich bin hellwach. Gehe zur Nachtschwester und bitte um „Freigang“ für 45 Minuten, um nach der Tochter zu sehen. Ihre Begeisterung hält sich in Grenzen. Kurz darauf düse ich durch die Nacht zu uns nach Hause.

Auf meinem Weg nach Hause, nach 22 Stunden im Hospital  (c) iPhone Petra Thaller - bin noch nicht losgefahren :-)

Auf meinem Weg nach Hause, nach 22 Stunden im Hospital (c) iPhone Petra Thaller – bin noch nicht losgefahren 🙂

Da Kind glüht. Fieberthermometer. Es funktioniert nicht. Also Mama Hand an die Stirn und erfühlen, was in diesem Körper los ist. Ich schätze so kurz vor der magischen 40 und krame in unserer Medikamentenkiste: Halsscherzen, Gliederschmerzen, Husten, Fieber. Ich stelle den Medikamentencocktail zusammen und gebe ihn Sara. Als ich kurz darauf das Haus verlasse ist sie eingeschlafen. Ich muss schon schmunzeln. Ich bin verrückt. Anstatt eine meiner wirklich guten Nachbarinnen oder Freundinnen anzurufen, rücke ich selbst aus. Denn das passt in das Drehbuch meines Lebens. Das eben anders ist. Es ist mein Drehbuch und ich erhebe mich nicht über andere Menschen, die an solch einem Morgen einfach liegen bleiben und andere die Arbeit tun lassen.

Nein, das mache ich nicht. Vier Stunden später werde ich entlassen. Exakt 22 Stunden nach dem Eingriff.

Ich atme tief durch
Dann ziehe ich los, kaufe alles was in eine anständige Hühnersuppe rein muss und bereite sie dem Kind. Mein Arm schmerzt. Ich mache zu viel. Das steht fest. Eigentlich sollte ich ein wenig langsamer tun. Und mein Körper signalisiert mir das auch. Doch ich kann nicht. Ich wurstle mich so durch den ganzen Tag. Bearbeite meine eMails. Vereinbare Termine für die nächsten Tage, telefoniere mit Andi und meinen Freundinnen. Den Blog fasse ich nicht an. Ich habe festgestellt, dass ich mich zu sehr in Details der Krankheit verlieren würde und nicht im Leben. Das möchte ich nicht. Und in Wirklichkeit tue ich das auch nicht.

Mein Leben ist derart komplex, dass ich keine Zeit für den Krebs habe. Er ist zur Nebenrolle abgestempelt und wird aus der Ecke auch nicht herauskommen, bis die Autorin ihn aus dem Film schreibt. Weil er stirbt. So einfach ist das.
Mein Leben ist leben, etwas schaffen, mich austauschen. Und immer wieder kommen ein paar Arschgeigen, verzeiht, die meinen, sie müssen mir einen Strich durch mein durch und durch gutes Leben machen. Privatmenschen und auch Geschäftspartner. Diese gruseligen Gestalten sind bestenfalls Zeit- und Energiediebe. Mehr aber nicht.

Wisst ihr, was mich dieser Krebs lehrt?
Er lehrt mich, mich besser abzugrenzen. Klarer zu werden, klar zu formulieren und noch zielgerichteter zu Handeln. Mein Krebs ist mein Lehrmeister. Durch ihn lerne ich Dinge, die meine Kinder längst beherrschen. Er zeigt mir wo es lang geht. Und, dass ich meine Zeit nicht mit Nebensächlichkeiten und vor allem nicht mit den Unzulänglichkeiten anderer vergeuden darf. Dafür bin ich dankbar.

Briefe an mich

Nach und nach werde ich Briefe von Freunden und bis dato Unbekannten auf meiner Seite veröffentlichen. Ohne Namensnennung und ohne persönlichen Bezug, um die Privatsphäre der Menschen zu wahren. Dies sind Worte für alle, die mit einer ähnlichen Situation umgehen müssen, Worte die das Gefühl des sich alleine Fühlens vielleicht ein wenig erträglicher Briefe an mich

Briefe an mich (c) iPhone Petra Thaller

Ich beantworte jede Nachricht so gut ich kann. Wenn ich also die Ihre oder deine noch nicht beantwortet habe, werde ich dies sicher noch tun. Und Danke an alle, die mir schreiben.  Das gibt Kraft und Mut diesen Weg intensive weiterzugehen.
Liebe Petra,
nachdem ich lange nicht auf Facebook unterwegs war, hab ich erst kürzlich mitbekommen, was dich für ein Sch … Schicksal ereilt hat. Das tut mir echt sehr, sehr leid! :-(. Ich bin mir aber sicher – nachdem was ich jetzt alles auf deiner Seite gelesen hab – du schaffst das und du bist sicher stärker als dieses blöde Tier – wär doch gelacht!
 
Warum schreib ich dir diese Zeilen? Deine Geschichte nimmt mich gerade ziemlich mit – meine Mama ist letztes Jahr an Hautkrebs operiert worden – nach der OP war die Prognose seitens Ärzten sehr gut. Dieses Jahr im März war sie zweimal wg. OP eines Lymphons im Krankenhaus und bekommt jetzt auch Chemo. Nachdem meine Mama aber seit zig Jahren alles andere als gesund gelebt hat (starke Raucherin, keine Bewegung – aber immerhin viel Schlaf ) verkraftet sie die Chemo natürlich nicht so gut – und sie zieht sich noch mehr zurück in ihr Schneckenhaus. Alle Bemühungen sie da raus zu bekommen oder sie zu bewegen, dass sie endlich das Rauchen aufhört scheitern kläglich in verletzenden Kommentaren. Ich sag ja nie, dass man Hochleistungssport machen muss – aber nur einfach eine Stunde spazieren gehen – das wäre ja schon echt grandios.
 

Als ich deine Geschichte gelesen hab, war eigentlich mein erster Gedanke: „Könnte nicht meine Mama nur einen winzigen Teil deiner lebensbejahenden Energie haben? – Oder, wie verdammt noch mal, kann man sie dazubringen sich endlich mal was Gutes zu tun?“ Es ist wirklich schlimm und ich leide so sehr darunter, weil ich es einfach nicht verstehen kann, dass man sich mit Gewalt selber kaputt machen will … Wenn ich dann deine Geschichte dazu lesen, denk ich mir immer: Wie geil ist das denn? – Genauso und nicht anders!

Mach weiter so – bleib stark – und lass dich nicht unterkriegen! Never!

 
So jetzt reichts – sonst muss ich gleich wieder weinen, wenn ich weiter schreibe!
 
Herzliche Grüße und pass auf auf dich, ja!