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Es war ein langer Weg, voller Höhen und Tiefen, die ich wunderbar bewältigt habe.
Es gab Tage, an denen selbst mir der Sport draußen  nicht wirklich leicht fiel und Tage, an denen ich hätte Berge besteigen können – im Schneckentempo. Aber eines war sowohl den guten, als auch den schlechten Tagen gemein: Sobald ich draußen war, ging es mir besser. Daher habe ich beschlossen kein Wort mehr über die Vergangenheit zu verlieren und euch weiterhin an den positiven Dingen teilnehmen zu lassen, an den Geschichten, die es wert sind sie zu erzählen. Eingestreut wird es im Rückblick sicher den einen oder anderen Moment geben, den ich auch heute noch wichtig finde mitzuteilen.

Gipfelgespräch International Mountain Summit, Brixen © Michaela Wiese

Eines steht fest, die Chemotherapie, all die traurigen Dinge, die sich ereignen können, Ängste und Nöte, welche Betroffene und ihre Familien ereilen, werden zu Hauf in Foren und Blogs besprochen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Leider bekommen hierdurch die Menschen eben auch Angst. Furcht greift um sich und genau das möchte ich nicht. Es gibt nichts zu fürchten, denn all das was während der Therapie passiert, für eine die eine große Sache gut – zunächst für das eigene Überleben und schließlich für ein weiteres Leben mit den Menschen, die wir lieben und die uns lieben.

Mein letzter Post ist Monate her
Ich verspürte einfach keine Lust über die Krankheit zu schreiben. Wollte nicht in Konkurrenz mit Menschen treten, denen es ein riesiges Bedürfnis ist über ihr Leid zu sprechen. Vielmehr verspürte ich eine große Kraft in mir, Menschen mit Krebs zu helfen, so wie meine Kinder und meine Freunde mir halfen. All diese Menschen akzeptierten einfach meinen Tatendrang, mein: „Ich muss jetzt raus, ich muss mich spüren, ich muss spüren, dass ich noch Kraft habe.“ Zuzusehen, wie ein Mensch, der immer nur so vor Energie und Kraft strotzte, langsam aber sicher, trotz der regelmäßigen Outdoor-Aktivitäten, immer langsamer wurde. Früh zu Bett ging und morgens am liebsten liegen geblieben wäre, ist nicht leicht. Zu akzeptieren, dass dieser Mensch alles weiterhin selbst machen möchte, sich nicht helfen lassen, um die Normalität im Leben nicht zu verlieren, ist nicht einfach. Dafür möchte und muss ich an dieser Stellen all meinen Lieben danken.

„Kaum ziehe ich meine Bergklamotten an, fühle ich mich wie Batwomen, stark und bereit alles leisten zu können.“ Petra Thaller © Michaela Wiese

In den Monaten der Chemotherapie habe ich den Grundstein für mein viertes Baby gelegt
Outdoor against Cancer (OAC)– unter dem Motto #stayfitgethealthy haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Krebskranken Menschen und ihren Familien zu helfen. Sei es mit speziell ausgearbeiteten Touren in den Bergen, einem eigenen OaC-Dorf, wir wollen beratend zur Seite stehen und dafür sorgen, dass die wichtige Normalität aus dem Leben nicht verschwindet.

Mein ganz persönliches Engagement startet klein
Ab Mitte November werde ich zunächst ein Mal pro Woche mit Patientinnen des Brustzentrums der LMU München rausgehen, um mit ihnen die Magie des Outdoor-Trainings zu teilen. Eineinhalb Stunden draußen trainieren. Im Focus stehen dabei sanfte Bewegungen um die Leistungsfähigkeit zu erhalten, Kraft und Ausdauer aufzubauen, den Kopf frei bekommen. Diese Stunden sollen dazu dienen den Patientinnen zu zeigen, dass Outdoor-Aktivitäten während der Chemotherapie und natürlich im Anschluss daran, ein wunderbarer Weg sind.

#stayfitgethealthy
Es geht nicht darum Höchstleistungen zu vollbringen, sondern darum fit zu bleiben und nach Möglichkeit zu gesunden.

Briefe an mich

Nach und nach werde ich Briefe von Freunden und bis dato Unbekannten auf meiner Seite veröffentlichen. Ohne Namensnennung und ohne persönlichen Bezug, um die Privatsphäre der Menschen zu wahren. Dies sind Worte für alle, die mit einer ähnlichen Situation umgehen müssen, Worte die das Gefühl des sich alleine Fühlens vielleicht ein wenig erträglicher Briefe an mich

Briefe an mich (c) iPhone Petra Thaller

Ich beantworte jede Nachricht so gut ich kann. Wenn ich also die Ihre oder deine noch nicht beantwortet habe, werde ich dies sicher noch tun. Und Danke an alle, die mir schreiben.  Das gibt Kraft und Mut diesen Weg intensive weiterzugehen.
Liebe Petra,
nachdem ich lange nicht auf Facebook unterwegs war, hab ich erst kürzlich mitbekommen, was dich für ein Sch … Schicksal ereilt hat. Das tut mir echt sehr, sehr leid! :-(. Ich bin mir aber sicher – nachdem was ich jetzt alles auf deiner Seite gelesen hab – du schaffst das und du bist sicher stärker als dieses blöde Tier – wär doch gelacht!
 
Warum schreib ich dir diese Zeilen? Deine Geschichte nimmt mich gerade ziemlich mit – meine Mama ist letztes Jahr an Hautkrebs operiert worden – nach der OP war die Prognose seitens Ärzten sehr gut. Dieses Jahr im März war sie zweimal wg. OP eines Lymphons im Krankenhaus und bekommt jetzt auch Chemo. Nachdem meine Mama aber seit zig Jahren alles andere als gesund gelebt hat (starke Raucherin, keine Bewegung – aber immerhin viel Schlaf ) verkraftet sie die Chemo natürlich nicht so gut – und sie zieht sich noch mehr zurück in ihr Schneckenhaus. Alle Bemühungen sie da raus zu bekommen oder sie zu bewegen, dass sie endlich das Rauchen aufhört scheitern kläglich in verletzenden Kommentaren. Ich sag ja nie, dass man Hochleistungssport machen muss – aber nur einfach eine Stunde spazieren gehen – das wäre ja schon echt grandios.
 

Als ich deine Geschichte gelesen hab, war eigentlich mein erster Gedanke: „Könnte nicht meine Mama nur einen winzigen Teil deiner lebensbejahenden Energie haben? – Oder, wie verdammt noch mal, kann man sie dazubringen sich endlich mal was Gutes zu tun?“ Es ist wirklich schlimm und ich leide so sehr darunter, weil ich es einfach nicht verstehen kann, dass man sich mit Gewalt selber kaputt machen will … Wenn ich dann deine Geschichte dazu lesen, denk ich mir immer: Wie geil ist das denn? – Genauso und nicht anders!

Mach weiter so – bleib stark – und lass dich nicht unterkriegen! Never!

 
So jetzt reichts – sonst muss ich gleich wieder weinen, wenn ich weiter schreibe!
 
Herzliche Grüße und pass auf auf dich, ja!
Klinikum Maistraße München
Frauenklinik Maistrasse Campus Innenstadt LMU München

Frauenklinik Maistrasse Campus Innenstadt LMU München

Über Prof. Dr. Kurt Hecher und Dr. Maike Manz habe ich den Kontakt zu Professor Dr. Nadja Harbeck von der Universitätsklinik München, sie ist eine Koryphäe in Sachen Brustkrebs. Der Termin ist erst in fünf Tagen, nun, sei es drum, auf diese fünf Tage kommt es ja wohl nicht an.

Ich gehe in die Geduldsschule, und wie. So wie ich mir das vorstelle, läuft das in meiner neuen Welt einfach nicht. Krebs heute, Heilung morgen, vergiss es einfach. Geduld ist meine ganz persönliche Challenge, mein Lernpotential auf dieser abenteuerlichen Reise. Ich arbeite – viel, gerne, liebe meinen Job, mein Beruf ist Berufung und so konzentriere ich mich die nächsten Tage drauf.

Zeit zwischen den Terminen
Mir ist meine Stringenz ein wenig abhanden gekommen. Manchmal komme ich mir vor als wäre mein Gehirn durchlässig, durchlöchert, nicht mehr ganz. Also setze ich mich hin und schreibe mir alles auf, was ich tun muss, um den Laden am Laufen zu halten. Gute Idee, Petra, das funktioniert gut. Und so lebe ich die nächsten Tage einfach normal, ist ja auch ein ganz normales Leben, ich gehe Laufen, treffe Freunde – mehr als zuvor. Dieser Krebs hat also auch was Gutes.

Alles läuft in den richtigen Bahnen
Es ist Montag. Erst ein Geschäftstermin, der läuft perfekt und stimmt mich positiv, dann der Termin in der Uniklinik. Ich frage mich zum Vorzimmer von Prof. Harbeck durch. Ich mag die Klinik nicht wirklich. Hier umfängt mich das Gefühl von Krankheit. Eine Mutter trägt ihr winzig kleines Baby durch den Gang – es hängt am Tropf. Mir läuft ein Schauer über den Rücken. Ich sehe traurige Gesichter in alten Gemäuern und wie beim Amt muss ich für die Anmeldung eine Nummer ziehen. 42 blinkt auf, ich betrete den kleinen Anmelderaum und erschrecke. Vor mit sitzt eine junge Frau, schmal. Sie trägt ihre Bluse ein wenig zu offenherzig. Kein BH, dafür starre ich auf ihren Brustkorb, als hätte sie kein Gesicht und erblicke ein Tattoo. An das Motiv kann ich mich nicht erinnern, aber an dieses blaue Tattoo auf der durchscheinenden weißen Haut. Langsam wandern meine Augen zu ihrem Gesicht. Auch durchscheinend. Sie trägt ein beiges Kopftuch auf beiger Haut. Okey, so möchte ich das auf keinem Fall. Ich fühle mich provoziert, mir kommt vor als schreie sie mir ins Gesicht, ich habe Krebs und du sollst das auch sehen. Mir wird schlecht. Nein das will ich nicht, ich will so nicht aussehen und ich möchte auch nicht, dass anderen Menschen bei meinem Anblick schlecht wird. Sicher nicht.

Prof. Harbeck ist echt in Ordnung, eine auf dem Boden gebliebene Professorin, die mir Mut macht.  Sie bestätigt die Therapieabfolge, die mir nun bevorsteht.
Ich muss keine Angst haben, dass ich nicht weiter arbeiten kann. Genau das wollte ich hören! Meine Haare werde ich verlieren, aber da gibt es ja hübsche Lösungen und sie kommen wieder.

Es ist schon skurril. Da beschäftige ich mich mit meinen Haaren und habe Krebs. Aber so bin ich eben. Ich bin stark und darauf bin ich auch stolz. Ich stelle Fragen, bekomme Antworten und kann mir so ein Bild von meiner Situation machen und die sieht nicht so schlecht aus. 

Hier geht es zum Brustzentrum der LMU München.

(c) Sorin Morar & Thomas Straub

Termin in zwei Tagen. Und dann beginnt der Irrsinn. Ultraschall, Mammographie – die Ärztin will erst noch die Vergleichsbilder von vor sechs Jahren ansehen. Ich bleibe hart. Ich will es jetzt wissen, ich brauche für mich diese Biopsie. Wieder einmal möchte ich mit dem Kopf durch die Wand. In diesem Falle ist es die einzig richtige Entscheidung.

(c) Sorin Morar, Thomas Straub.

Zwei Tage später blicke ich in die Augen eines wirklich coolen jungen Arztes. Amnesie, Ausziehen, Ultraschall. So kann man das auf den Punkt bringen. Der Blick in seine Augen verrät nichts Gutes. Ich höre mich fragen, ob ich operiert werden muss, fragen, noch bevor der Typ überhaupt Gel auf meine deformierte Brust packt. Ja, höre ich und ich weiß, dass er die Wahrheit sagt. Danach eine Stanzbiopsie. Scheiße, das ist nicht angenehm – fünf Mal. Dann darf ich mir die rosa-weißen Würmchen in einem gläsernen Becher anschauen. Mit einem Druckverband werde ich entlassen. Am nächsten Tag ist das Ergebnis da – 16.00 Uhr.

Die erste Diagnose
Kurz nach 16.00 Uhr läutet mein Mobiltelefon, ich bin in der Röntgenklinik und warte auf das Ergebnis. Ich kann mich nur an einen Satz erinnern: „Frau Thaller, das geht in die falsche Richtung. Mich hat soeben die Klinik angerufen, es ist ein Mammakarzinom.“ So schnell kann es also gehen. Es geht in die falsche Richtung und das war’s.

Wie auf Knopfdruck zieht sich alles in mir zusammen. Zurückblickend wusste ich es ja bereits, instinktiv. Sportler kennen ihren Körper und sie sind Kämpfer. Müdigkeit wird ignoriert, Unlust auf Sport übergangen und der Umstand auf die vergangenen Jahre geschoben und die viele Arbeit. Es ist ganz einfach. Doch jetzt ist eben alles anders. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, die Handgelenke schmerzen und Tränen fließen leise. Ganz leise. Kein Schreien, kein Toben. Es sind stille Tränen und ein Gefühl des Vakuums macht sich breit.

Mit wem möchte ich jetzt sprechen? Muss ich mich überhaupt mitteilen? Für mich ist klar: ja, ich muss. Ich möchte darüber sprechen. Mein Gefühl in diesem Moment? Ich realisiere es nicht. Es fühlt sich an wie … heiraten, ja oder ausziehen von zu Hause, aufwachen in einem neuen zu Hause.

Ja, das ist es. Ich lebe ab sofort in einem neuen Zuhause. Ich finde die Lichtschalter noch nicht automatisch und im Dunklen fällt mir die Orientierung schwer. Linkisch tapse ich mich durch die ersten Stunden.

Es sind harmonische Feiertage bei uns im Haus. Ich werde meinen geschätzten Gastgeberpflichten mehr als gerecht und bin dabei voll in meinem Element. Kochen, Freunde bewirten, ein wenig arbeiten. Den Rest des vergangenen Jahres sowohl geschäftlich, als auch privat in Ordnung bringen.

(c) Petra Thaller iPhone, Vegetarische Quiche, Brustkrebs-Patientinnen sollten die Sojawürstchen weglassen, warum, können Sie nachlesen. Hier geht’s zu meinem Rezept. Brustkrebs-Patientinnen sollten die Sojawürstchen weglassen, warum, können Sie HIER nachlesen.

 

(c) Petra Thaller, iPhone Hier im Glas: Dinkelmehlboden (Bisquitteig), Zitronenquarkjoghurt Mischung nach eigenen Geschmack sowie Blaubeeren – extraordinär gut. Mit Honig nach Geschmack gesüßt.

So kenne ich mich seit langer Zeit nicht mehr. Plötzlich gestalten sich in meinem Kopf Pläne. Das ganze Leben fühlt sich erstmals wieder so richtig an. Rund und richtig. Mir scheint, als habe ich viel Zeit wie nie zuvor. Gemeinsam mit den erwachsenen Kindern erlebe ich gute Ferien. Skifahren, Essen, Lachen, Sport. Die Arbeit? Ja, aber nicht so vordergründig wie all die Jahre zuvor.

Schon gleich nach meiner Expedition haben mir Freunde bestätigt, ich sei weiblicher, weicher und irgendwie schön, warum auch immer. Meinem Leben fehlt in diesen Tagen nichts. Ein wenig Chaos vielleicht, an das hatte ich mich gewöhnt.

Die Sache mit der Vernunft
Eines Morgens stehe ich im Bad und betrachte mich ganz ausführlich, wo bin ich richtig, wo vielleicht auch perfekt und wo haben sich im Laufe der Jahre Dinge nicht ganz so schön entwickelt. Ich liebe meinen Hintern und mein Gesicht empfinde ich als schön. Eigentlich schon immer. Ich mag mich. Bleiben eigentlich nur der nicht ganz perfekte Bauch und die Brust. Die rechte vor allem. Die linke ist immer noch prima. Aber die rechte bereitet mir Sorge. Sie sieht komisch aus und das vermeintliche Hämatom wird auch nicht kleiner. Die Brustwarze zieht sich nach innen und ist sehr empfindlich. Warten oder doch sofort zum Doc.

Die Entscheidung fällt auf Doc – nicht zuletzt weil Tochter und zwei Freundinnen darauf drängen.

(c) Hajo Netzer

Meine Brust hatte sich in den vergangenen Wochen verändert. Ich habe es ignoriert und diese Veränderung auf einen Sturz während meiner Expedition im vergangenen Jahr zurückgeführt. Ein Hämatom. Die Brust ist Sekundenschnelle nach diesem Sturz angeschwollen. Schmerz quälte mich, trotz der Einnahme von Schmerzmitteln und der wahrscheinlich besten ärztlichen Betreuung, die je einem Menschen in der Wildnis zu Teil werden kann.
Es war der drittletzte Tag unseres Ausfluges in die unbewohnte Natur von Irian Jaya. Ich wollte meinen Rucksack über den kleinen Fluss werfen, konnte mich aber nicht von ihm trennen und folgte ihm in das kühle Nass. Ungeschickt, wie ich eben manchmal bin. Ein unspektakulärer, linkischer Sprung, mit wahrhaft heilsamen Folgen für mich.

Filmische Dokumentation: (c) Dr. Georg Schlagbauer

Routineuntersuchung beim Gynäkologen
Ich vereinbare einen Termin bei meinem Frauenarzt, um meine jährliche Krebsvorsorge machen zu lassen und natürlich um die Brust akribisch anzusehen. Den nächstmöglichen Termin bekomme ich nicht bei meinem geschätzten Frauenarzt Dr. Stefan Koch aus München, der auch meinen Sohn auf die Welt brachte, sondern bei einer anderen Ärztin, die bei ihm in der Praxis arbeitet. Recht ist mir das nicht, ich bin in Arztsachen eigen. Wie in so vielen anderen Dingen. Aber nun gut. Mir schien es angebracht dieses Mal eine Ausnahme zu machen. Die Ärztin untersucht natürlich auch meine Brüste, tastete. Macht einen Ultraschall und auch hier ist sich nicht sicher, was dieses Ding da in meiner Brust sein kann – Hämatom, oder … daran kann ich mich nicht mehr erinnern.

In jedem Falle bekomme  einen zeitnahen Termin bei meinem Frauenarzt, zwei Tage  vor Weihnachten. Ich soll eine Mammographie machen, zur Sicherheit. Wir vereinbaren einen weiteren Termin im Neuen Jahr. Ich möge mich aber zuverlässig melden, wenn sich an der Brust etwas verändert, seine Handynummer habe ich ja.

(c) Sorin Morar & Thomas Straub. Das Fotos entstand während des ersten Fotoshootings für meinen Blog.

(c) Sorin Morar & Thomas Straub. Das Fotos entstand während des ersten Fotoshootings für meinen Blog.

Mein ganzes Leben lang hatte ich keine Angst. Ich hatte weder Furcht, als ich das Elternhaus verließ, noch davor in die Welt hinaus zu gehen, um Abenteuer zu erleben. Keine Angst zu versagen. Ich wusste, dass ich in mir stark bin, schon immer.

Meine große Stärke
Wie jeder andere Mensch habe ich natürlich auch gejammert. Das gehört schließlich zum guten Ton. Gejammert „ich schaffe das nicht, die hauen mich übers Ohr, ziehen mich über den Tisch“ und trotzdem habe ich mich immer wieder von Neuem in diesen Sturm da draußen gewagt und erst, wenn es richtig kühl und windig wurde, wuchsen mir Flügel, funktionierte mein Kopf präzise und ich begann zu fliegen.

Immer wieder erlebte ich Bruchlandungen, stand auf und schritt wieder hinaus in den Sturm und wurde von Mal zu Mal stärker. Meine Flügel erstarkten zu Adlerschwingen und ich begann mit dem Sturm zu spielen, mich ihn im wohl zu fühlen.

Nicht zuletzt, weil der Großteil meiner Freunde mich in meinem Tun bestärkten und es auch weiterhin tun. Dafür ein riesiges Dankeschön an alle, die mir immer vertraut haben!

(c) Sorin Morar & Thomas Straub. Das Bild entstand während des ersten Shootings für meinen Blog.

(c) Sorin Morar & Thomas Straub. Das Bild entstand während des ersten Shootings für meinen Blog.

(c) Sorin Morar & Thomas Straub. Das Bild entstand während des ersten Shootings für meinen Blog.

Es gibt bleibende Ereignisse im Leben eines jeden Menschen. Die eigene Geburt soll dazu gehören – erinnern kann ich mich nicht daran und wenn ich so ehrlich sein darf, möchte ich das auch nicht. Die Vorstellung ist abstoßend. Es ist wohl eines der einzigen Themen im Leben, über das ich mit noch beinahe niemandem gesprochen habe.

Meine Kinder amüsieren sich über die Vorstellung aus mir herausgeschlüpft zu sein und ziehen dabei aber ein angeekeltes Gesicht. Aus ihrem Mund kommt so etwas wie Kopfkino und igitt. Ich kann das zutiefst verstehen.

Wahrhaft bleibende Ereignisse sind Kindergarten, das Bett der Großeltern, Kindergeburtstage, Einschulung und Grundschule, das Gefühl abgewiesen zu werden. Das wunderbare Gefühl Ski unter den Füßen zu haben, nackt Baden im Meer, Schulabschluss und Studium – die eigene Hochzeit. Die eigene Scheidung hingegen verblasst, obwohl sie sicher zu den einschneidenden Begebenheiten zählt.

Ja und dann gibt es in meinem Leben, trotz aller Höhen und Tiefen, die ich immer sehr gut durchschifft habe noch ein weiteres, ein einschneidendes Ereignis, eines, das ich annehmen musste wie einen guten Freund, um daran nicht zu verzweifeln um dran zu wachsen: Krebs.