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(c) Saskia Rösch

Sind es nicht meist die kleine Ideen, die, die im Verborgenen entstehen, die uns auf neue, zuweilen auch bessere Wege leiten? Vor gut einem Jahr wurde ich in Sachen Changemaker – Wegbereiter seitens Ashoka gleich von mehreren Leuten interviewt, ob denn Outdoor against Cancer (OaC) unterstützenswert wäre oder nicht. Die Quintessenz nach unzähligen Stunden, Reisen nach Berlin und mehreren Lunch Terminen war nein.

Eines der Argumente war, dass OaC es sicherlich auch ohne beratende Unterstützung schaffen werde, davon waren die Leute in jedem Falle überzeugt und sie sollten Recht behalten.

Ein Jahr später ist unser Buch: Outdoor against Cancer: Wie Bewegung und Sport in der Natur im Kampf gegen Krebs wirken – Schnellere Genesung, mehr Lebensqualität, bessere Prognosen Kailash / Random House erschienen, mit wahrhaft sehr, sehr guter Resonanz. Wurde unser ERASMUS+ Sport Förderantrag, im Lead immerhin die Technische Universität München: Outdoor against Cancer: move yourself, go out and live‚ OaC: my goal (an dieser Stelle sage ich danke an Dr. Thorsten Schulz für seine absolut kreative Schöpfung) von der Europäischen Kommission mit Förderung belohnt (29 von 30 Relevanzpunkten für Europa!). Stehen wir vor einem zweiten EU-Förderantrag, dieses Mal handelt es sich um ein Interreg Alpine Space-Projekt mit dem bezeichnenden Namen EARtH (nochmals Danke an Thorsten). Hierbei handelt es sich um die Verbindung von Gesundheit – Tourismus – Alpenraum. Ein Projektgebiet, das bis dato in der gesamten Förderperiode absolut unterrepräsentiert ist.

„Unberührte Natur und einige der wirtschaftlich stärksten Regionen Europas liegen im Alpenraum dicht nebeneinander. Die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Alpenregion durch gemeinsame Aktivitäten zu steigern ist ein übergeordnetes Ziel des Alpenraumprogramms. Das Programm bringt Akteure aus verschiedenen thematischen Sektoren und unterschiedlichen politischen Handlungsebenen aus den sieben Alpenstaaten zusammen. Und zwar genau in solchen Themenfeldern, in denen transnationale Kooperationen für nachhaltige Lösungen und eine nachhaltige Regionalentwicklung erforderlich sind. Partner arbeiten in Projekten zusammen, um gemeinsame Herausforderungen anzugehen, Ideen auszutauschen, zu testen und umzusetzen. Sie teilen ihre Erfahrungen und ihr Wissen, mit dem Ziel die Lebensqualität von 66 Millionen Menschen in einer einzigartigen Region zu verbessern.“, Interreg Alpine Space Program.

Mit einem sehr kleinen, engagierten Team entwickeln wir Konzepte, unter anderem für Betriebliches Gesundheitsmanagement, in deren Vordergrund die nachhaltige Motivation der Mitarbeiter steht und nicht, wie bei den meisten Ansätzen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement, der Verkauf von Trainingsstunden und Fitnessräumen. Denn eines steht fest. Eine Vielzahl von Erkrankungen könnten wir selbst durch motivierende Bewegungsansätze im täglichen Leben verhindern. Wenn jemand Sport at Heart treibt, dann bleibt er dabei. Was passiert jedoch mit all denjenigen, denen Sport schon in der Schule mühselig war? Wie motiviere ich diese Menschen sich zu bewegen. Unser BGM hat hierfür die optimale Lösung parat.

Eine weitere Frage, die wir uns im Team stellen ist jene: Ist es denn immer notwendig, dass erkrankte Menschen alles bezahlt bekommen. Verstehen Sie mich jetzt nicht falsch. Entsteht die Motivation daraus, dass mir von außen Geld zufließt, oder sollte ich als erkrankter Mensch verstehen, dass ich selbst in Aktion treten muss, damit es mir neben der medizinischen Therapie besser geht. Wir sprechen hier nicht von denjenigen, die nichts haben, sondern von den Anspruchstellern, die ausreichend monetäre Möglichkeiten haben und in der Krankheitskrise dann doch auch alles umsonst wollen.

Deutschland ist ein Paradies für Erkrankte, niemand bleibt hier unversorgt. Jedoch die persönliche Prävention kann nicht in der öffentlichen Hand liegen, auch nicht bei den Krankenkassen. Dafür müssen wir als mündige Bürger selbst sorgen. Und ja, auch selbst bezahlen.

Auch hierzu haben wir eine Lösung, zumindest für die Zeit der Therapie im Rahmen der Therapiebegleitung, entwickelt. Ein an die Kliniken angeschlossenes Bewegungsprogramm, das fester Bestandteil der Therapie ist. Das ist ein absolut neuer Weg. Weg von der medizinischen Einrichtung, raus in die frische Luft. Anderes sehen, riechen und spüren. Familien und Freunden die Möglichkeit geben mit in Aktion zu treten, um nicht zuletzt die Angst vor dem Damoklesschwert der Krankheit zu verlieren. Einen gangbaren Weg aufzeigen. Einen, der neue Perspektiven, neue Blickwinkel öffnet.

Wir stellen uns den Herausforderungen der Gesellschaft, mit Nachdruck und geben nicht auf. Wenn die European Commission die Relevanz von Outdoor against Cancer sieht, wenn die Begründung der Relevanz unserer Arbeit nicht eindeutiger hätte ausfallen können. Dann sollte sich das die Bundesregierung auch einmal auf ihre Fahnen schreiben, anstatt mit dünnen Argumenten unsere Anfrage nach finanzieller Unterstützung für Aufklärungskampagnen in Bezug auf Bewegung als Prävention vor Krebserkrankungen abzutun.

Sehr geehrte Frau Thaller,
mein Referatsleiter, Herr Dr. Helou, hat mir Ihre an ihn gerichtete E-Mail vom 2. November 2017 zugeleitet mit der Bitte um Prüfung, inwieweit eine Förderung der von Ihnen geplanten Maßnahmen im Rahmen der Kampagne „Geh raus!“, einer Initiative von Outdoor against Cancer, möglich sei. 
Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass dem Bundesministerium für Gesundheit eine Finanzierung der von Ihnen skizzierten Maßnahmen im Rahmen der hier in nur sehr begrenztem Maße zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel für Projektförderungen nicht möglich ist.
Ich wünsche Ihnen aber sehr, dass es Ihnen gelingen möge, die Maßnahmen anderweitig zu finanzieren.Mit freundlichen Grüßen, auch im Namen von Herrn Dr. Helou

Im Auftrag
Peter Larbig
Referat 315 – Nicht übertragbare Krankheiten
Bundesministerium für Gesundheit

Seit nunmehr zwei Jahren versuchen wir alles in unserer Macht stehende, öffentliche Stellen dazu zu bewegen uns zu unterstützen. Mein Schreiben, das ich kürzlich an unsere Bayerische Staatsministerin Huml gesendet habe, wurde folgendermaßen ‚abgetan‘:

Sehr geehrte Frau Thaller,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 18. Juli 2018, in dem Sie Frau Staatsministerin Huml über Ihre Kampagne „Outdoor against Cancer“ und Neuigkeiten seit Ihren letzten Nachrichten vom 21. August sowie 5. Dezember 2017 informieren. Frau Staatsministerin hat uns gebeten, Ihnen zu antworten.
Es freut uns sehr, dass Sie Ihre Pläne weiter voranbringen konnten. Mit Ihren Projekten motivieren Sie von Krebs betroffene Menschen zu mehr körperlicher Bewegung, um einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf zu nehmen. Bezüglich einer Unterstützungsmöglichkeit für Ihre Kampagne im Rahmen unserer Initiative Gesund.Leben.Bayern. können wir Ihnen jedoch leider keine andere Antwort geben als bisher; wir verweisen hier noch einmal auf unsere Nachricht vom 13. Dezember 2017. …

Wir empfehlen Ihnen – soweit noch nicht geschehen – eine Kontaktaufnahme mit der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. (Nymphenburger Straße 21a, 80335 München, E-Mail: info@bayerische-krebsgesellschaft.de) sowie mit der der Geschäftsstelle zur Landesrahmenvereinbarung Prävention in der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V. (Meglingerstraße 7,  81477 München, E-Mail: info@lzg-bayern.de). Außerdem regen wir an, sich hinsichtlich der Unterstützung für Aktivitäten der Krebsvorbeugung an die Zentrale Prüfstelle Prävention zu wenden (www.zentrale-pruefstelle-praevention.de). Diese Stelle zertifiziert Leistungen der primären Prävention und Gesundheitsförderung, die zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherungen erbracht werden können.

Wir hoffen, diese Informationen helfen Ihnen weiter. Wir danken sehr für Ihren Einsatz für krebskranke Menschen und wünschen Ihnen viel Erfolg dabei.

Mit freundlichen Grüßen

Veronika Weber
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Referat 52 – Gesundheitsförderung und Prävention, Medizinische Fachangelegenheiten

Es ist wohl absolut notwendig unkonventionelle Wege der Aufklärung zu gehen. Wege, die bis dato noch niemand beschritten hat. So wurde ich kürzlich als Pressesprecherin für das Weltweit erste Damenteam im Automobil-Rennsport bestellt, als Teammitglied. Peak-Veranstaltung 2019 das 24h Rennen Nürburgring. Der Rennstall: WS Racing – ein wunderbares Team von Rennsport begeisterten Machern, die zum einen die Vision teilen, dass es für uns Frauen kein Ding ist im Team hervorragend zu arbeiten und auch in einem von Männern dominierten Feld unsere Bestleistungen zu bringen. Warum es bis heute nicht viele Frauen im Automobil-Rennsport gibt? Keine Ahnung, vielleicht interessiert es weniger Frauen als Männer, aber diejenigen, die es interessiert sollten unumwunden die Möglichkeit haben – ohne Einschränkung – in diesem Gebiet ihre Leistungsfähigkeit zeigen zu dürfen.

Dass sich dieses Damen Team zudem stark für Prävention und Vorsorge im Rahmen von Brustkrebserkrankungen macht, ist stark, sehr stark sogar. Noch viel stärker ist die Entscheidung der Sponsoren, diesen Weg mitzugehen. Wir sind zwar Outdoor against Cancer und damit verbindet man richtigerweise natürliche Umgebung, wozu eine Rennstrecke nur mit Einschränkung zählt. Jedoch wird es uns durch privates Engagement des Rennstalls und der medialen Power der Kooperationspartner und Sponsoren gelingen, das Thema der Bewegung, des Sports als Prävention vor einer Krebserkrankung endlich in der Gesellschaft zu verankern.

Wir freuen uns jeden Tag auf unsere Herausforderungen und versuchen Stolpersteine wegzulächeln.

Stay tuned, Eure Petra, Gründerin von Outdoor against Cancer, Dickkopf und Wegbereiterin

HAPPY WEEKEND 

www.petrathaller.de

Es war ein langer Weg, voller Höhen und Tiefen, die ich wunderbar bewältigt habe.
Es gab Tage, an denen selbst mir der Sport draußen  nicht wirklich leicht fiel und Tage, an denen ich hätte Berge besteigen können – im Schneckentempo. Aber eines war sowohl den guten, als auch den schlechten Tagen gemein: Sobald ich draußen war, ging es mir besser. Daher habe ich beschlossen kein Wort mehr über die Vergangenheit zu verlieren und euch weiterhin an den positiven Dingen teilnehmen zu lassen, an den Geschichten, die es wert sind sie zu erzählen. Eingestreut wird es im Rückblick sicher den einen oder anderen Moment geben, den ich auch heute noch wichtig finde mitzuteilen.

Gipfelgespräch International Mountain Summit, Brixen © Michaela Wiese

Eines steht fest, die Chemotherapie, all die traurigen Dinge, die sich ereignen können, Ängste und Nöte, welche Betroffene und ihre Familien ereilen, werden zu Hauf in Foren und Blogs besprochen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Leider bekommen hierdurch die Menschen eben auch Angst. Furcht greift um sich und genau das möchte ich nicht. Es gibt nichts zu fürchten, denn all das was während der Therapie passiert, für eine die eine große Sache gut – zunächst für das eigene Überleben und schließlich für ein weiteres Leben mit den Menschen, die wir lieben und die uns lieben.

Mein letzter Post ist Monate her
Ich verspürte einfach keine Lust über die Krankheit zu schreiben. Wollte nicht in Konkurrenz mit Menschen treten, denen es ein riesiges Bedürfnis ist über ihr Leid zu sprechen. Vielmehr verspürte ich eine große Kraft in mir, Menschen mit Krebs zu helfen, so wie meine Kinder und meine Freunde mir halfen. All diese Menschen akzeptierten einfach meinen Tatendrang, mein: „Ich muss jetzt raus, ich muss mich spüren, ich muss spüren, dass ich noch Kraft habe.“ Zuzusehen, wie ein Mensch, der immer nur so vor Energie und Kraft strotzte, langsam aber sicher, trotz der regelmäßigen Outdoor-Aktivitäten, immer langsamer wurde. Früh zu Bett ging und morgens am liebsten liegen geblieben wäre, ist nicht leicht. Zu akzeptieren, dass dieser Mensch alles weiterhin selbst machen möchte, sich nicht helfen lassen, um die Normalität im Leben nicht zu verlieren, ist nicht einfach. Dafür möchte und muss ich an dieser Stellen all meinen Lieben danken.

„Kaum ziehe ich meine Bergklamotten an, fühle ich mich wie Batwomen, stark und bereit alles leisten zu können.“ Petra Thaller © Michaela Wiese

In den Monaten der Chemotherapie habe ich den Grundstein für mein viertes Baby gelegt
Outdoor against Cancer (OAC)– unter dem Motto #stayfitgethealthy haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Krebskranken Menschen und ihren Familien zu helfen. Sei es mit speziell ausgearbeiteten Touren in den Bergen, einem eigenen OaC-Dorf, wir wollen beratend zur Seite stehen und dafür sorgen, dass die wichtige Normalität aus dem Leben nicht verschwindet.

Mein ganz persönliches Engagement startet klein
Ab Mitte November werde ich zunächst ein Mal pro Woche mit Patientinnen des Brustzentrums der LMU München rausgehen, um mit ihnen die Magie des Outdoor-Trainings zu teilen. Eineinhalb Stunden draußen trainieren. Im Focus stehen dabei sanfte Bewegungen um die Leistungsfähigkeit zu erhalten, Kraft und Ausdauer aufzubauen, den Kopf frei bekommen. Diese Stunden sollen dazu dienen den Patientinnen zu zeigen, dass Outdoor-Aktivitäten während der Chemotherapie und natürlich im Anschluss daran, ein wunderbarer Weg sind.

#stayfitgethealthy
Es geht nicht darum Höchstleistungen zu vollbringen, sondern darum fit zu bleiben und nach Möglichkeit zu gesunden.