Just realize!

Halong Bay Dezember 2016

Doha, 0.01 Uhr, ich warte auf meinen Cesar Salate und bin schon ein wenig beschwipst. Der Flug von Saigon hierher war lange und die Blockbuster ein Muss. An Schlafen war folglich nicht zu denken. Ich bin so neugierig. Will nichts verpassen. Hinter mir liegen acht Stunden Flug und ein ganzer Tag. Fotoshooting für Freunde von mir, Marktbesuch und Sightseeing. Eine eiskalte Nacht dank Klimaanlage.

Was habe ich doch für ein Leben. Voller Abwechslung, für Viele wäre das alles zu viel. Zu anstrengend, schließlich habe ich schon einige Jahre hinter mir, zwei Kinder erwachsen werden gesehen, unzählige schlaflose Nächte, durchwacht an deren Betten. Ängste, dass irgendetwas schief laufen könnte. Überflüssig! Ist es eben nicht. Zumindest nie so richtig.

Ich habe immer versucht das Optimum des Lebens auszuschöpfen, mich mit dem Lauf der Jahre verändert und entwickelt, sodass ich ganz bei mir bin – und glücklich.

Viele meiner Freunde fragen sich warum das so ist. Schließlich lag der eine oder andere Brocken mitten im Weg. Zuletzt mein lieber Freund Krebs. Für viele ein Schock, für mich schon beinahe Normalität. Ich bin schon eine komische Person – schießt es mir allenthalben durch meinen Kopf. Warum nur kann ich nicht so ticken wie die meisten Menschen. Ruhe geben, das Erreichte einfach hinnehmen und es damit auch gut sein lassen.

Nein, nicht ich. Ich muss immer weiter, Neuland finden. Neues entwickeln. Bloß nicht verharren. Mein Leben ist Bewegung – und Angst kommt darin nicht wirklich vor. Respekt ja und ein wenig Angst wieder einmal zu vertrauensselig zu sein. Darin bin ich groß. Ganz groß sogar. Wer etwas von mir möchte und es gut anstellt, bekommt es auch. Aber ich lerne zu differenzieren und dieses Jahr war wohl dann auch das letzte in der Serie von 55 in welchem mich die Menschen noch übervorteilen konnten. Damit ist jetzt Schluss. Definitiv.

Schluss mit: Nur wenn ich hübsch lieb bin und alles tu was andere von mir erwarten, werde ich geliebt.